VideoSlam – Filme aus Emden gesucht!

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Das Plakat zum Download.

NOCH BIS ZUM 27.5. EINREICHEN!

Die Alte Post Emden und der Apolloverein laden ein zum 1. Emder Video Slam. Diesen Abend wollen wir nutzen, um die Filme aus unserer Stadt zu feiern. Am Dienstag, den 31.05.2016 ab 18 Uhr bekommen alle Hobby- und AmateurfilmerInnen aus der Region die Gelegenheit, ihre Arbeiten dem Emder Publikum in einer festlichen Kinoatmosphäre in der Alte Post zu zeigen.

Teilnehmen kann ein jede/r, Alter, Herkunft, Geschlecht etc. spielen keine Rolle. Musikvideos, Familienvideos, Dokumentationen, Comedy, Animationen oder Let’s Plays, alles ist erlaubt. Inhaltlich gibt es keine Vorgabe. Und das Beste ist: die Jury seid ihr! Im Vordergrund steht jedoch der gemeinsame Spaß an der filmischen Vielfalt in unserer Stadt.

Wir suchen TeilnehmerInnen!
Schickt uns bis zum 27.05.2016 eure Filme und Videos formlos per Email an videoslam@kino-fuer-alle.de (Es versteht sich von selbst, dass rassistische, fremdenfeindliche oder sexistische Beiträge von uns abgelehnt werden). Die Filme sollten möglichst nicht länger als 10-15 Minuten sein, andere Formate sind aber in Absprache mit den Organisatoren möglich.

Wer seinen Film als DVD vorliegen hat und lieber Post schicken möchte, kann dies über folgende Anschrift tun: Bernd Frikke, Große Str. 35, 26721 Emden (bitte formlos mit Angabe von Kontaktdaten inkl. Email-Adresse).

Große Abschlusssichtung

Mehr Fotos von der Abschlusssichtung hier.

Am 11.4. fand die große Abschlusssichtung für das partizipative Kurzfilmprogramm „Neue Bilder, andere Welten“ statt. Die von der shortfilm assembly benannten Kommissionsmitglieder trafen sich, um alle Filme, die während der Sichtungen der letzten Monate in die nähere Auswahl gerückt waren, ein zweites Mal zu sehen und zu erörtern. In der Programmerstellung mussten dann alle Filme im vergleichenden Verfahren gegeneinander abgewogen werden. Gar nicht so einfach mit 12 Leuten! In der Diskussion wurde also wie in jedem Jahr der Versuch unternommen, individuelle, höchst subjektive Urteile in der Außereinandersetzung mit anderen zu objektivieren. Der gemeinsame Konsens, dem Publikum im Cafe Einstein nur das Interessanteste zu zeigen und ein in sich schlüssiges Gesamtprogramm zu erschaffen, dass über die ganzen 90 Minuten trägt, war am Ende die Grundlage für eine inhaltlich und formal stimmige Einigung. Das Ergebnis wird in Kürze bekannt gegeben. Das Programm wird dann am 3. Juni im Cafe Einstein im Rahmen des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney zu sehen sein. Wir freuen uns auf einen aufregenden Kurzfilmabend!

Film-Workshop

Mehr Fotos vom Filmworkshop hier.

Gestern haben wir zum ersten Mal eine Veranstaltung  abgehalten, bei dem wir unseren Do-it-yourself-Ansatz auf das Drehen von Filmen bezogen haben: Den Film-Workshop! In Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Emden und dem Jugendzentrum Alte Post haben wir interessierte Emder Film-Amateure eingeladen, um uns über kreative Ideen auszutauschen und sogar erste Drehkonzepte zu verwirklichen. Es wurden Märchen erzählt und für eine satirische Talkshow gedreht, die demnächst auf YouTube zu sehen sein wird. Kreative Ideen, schöpferische Willenskraft, technisches Sachverständnis, nüchterner Realismus, schauspielerisches Können  und dringendes Mitteilungsbedürfnis waren in unserer Gruppe ungleichverteilt, sodass der Workshop eine großartige Möglichkeit zur Harmonisierung und Synthetisierung dieser unverzichtbaren Filmbedingungen war. Die Ergebnisse werden demnächst vorgestellt.

shortfilm volunteers assembly 2016

Mehr Fotos hier.

Gesternabend fand die diesjährige „shortfilm volunteers assembly“ statt, die jährliche Vollversammlung aller Ehrenamtlichen des Kurzfilm-Bereiches des Emder Filmfestes. Besprochen wurde die Besetzung der Nominierungskommissionen für die beiden partizipativen Kurzfilmprogramme, das Programm um den Engelke-Filmpreis und das Programm „Neue Bilder, andere Welten“. In diesem Jahr stellen folgende Ehrenamtliche die Kommission „Engelke“:
Marco Breidenbach, Tobias Heß, Charlotte Dane, Ewald Zimmermann, Pia Grabowski, Jonas van Laaten, Kathi Gedenk, Nieke Weinast, Tobias Bakker, Josi Weyer, Enis Abazi und Marcel Schulz.

Die Kommission „Neue Bilder, andere Welten“ besteht in diesem Jahr aus:
Hanna van Ellen, Eduard Blatz, Tim Dobbert, Christoph-Alexander Hermanns, Lea Voelkel, Hajo Wildeboer, Bernd Frikke, Stefan Burggraf, Jannes Westerman, Martin Diekhof und Christina Diekhof.

Die Mitglieder der AG Film boten dem Organisator des Engelke-Programms und Gastredner des Abends, Edzard Wagenaar, ihre Hilfe bei der Schaffung von Offenheit und Teilhabemöglichkeiten im Bereich Engelke an. Wagenaar stelle den Mitgliedern im Gegenzug seine Beratungshilfe in ästhetischen Frage in Aussicht. Im nächsten Jahr soll das Treffen auf Dezember vorverlegt werden. HW

Film-Workshop im Jugendzentrum

Die AG Film des Apolloverein und das JZ Alte Post veranstalten am 16.4.2016 einen Film-Workshop in der Alten Post. Gemeinsam mit dem Emder Medienzentrum und Studierenden der HS Emden-Leer wollen wir uns das Filmemachen beibringen. Der Workshop ist kostenlos – eingebracht werden unsere Ideen und unsere Freizeit. Kameras, Schnittcomputer und ein Mittagessen werden gestellt. Wenn Ihr Interesse habt, teilzunehmen, meldet Euch schnell über das JZ Alte Post an. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Workshop-Plätzen. Wir freuen uns über alle, die sich mit uns ans selbstorganisierte Filmemachen herantrauen!

Anmeldungen an:

Alte Post – Zentrum für junge Menschen
Cirksenastraße 2a, Emden
Tel.: 04921/58926111
E-Mail.: jzaltepost@emden.de

Exkursion IFF Rotterdam: Fazit

Mehr Fotos aus Rotterdam hier.

Fazit unserer Exkursion nach Rotterdam: Unsere Habitus-Übung hat funktioniert. Das Band um den Hals und der Laptop auf dem Schoß, das Schreiben, das Sprechen, das selbstverständliche, mittlerweile routinierte Betreten des Saals, die Nähe zu den Wettbewerbsteilnehmern im Shuttle-Car und an der Bar. Ohne, dass wir uns innerlich verändert haben, nur durch die Architektur, die äußeren Attribute und die Bewegungen, werden wir zu „Expertinnen“, zu legitimen Teilnehmern des Betriebes. Gespräche entstehen von ganz alleine. Während des Rotterdamer Filmfestivals hatten wir so auch die Möglichkeit Expertinnen und Experten zu ihrer Arbeit und zu unserem Projekt zu befragen. Hier ein paar Impressionen.

Saul Judd, Filmkurator (Lichter Filmfest Frankfurt), erklärte uns, prinzipiell könne jeder Mensch lernen, eine Filmkuratorin zu werden, jedoch führe dieser Weg über ein mehrjähriges geisteswissenschaftliches Studium, in dem vor allem ästhetische Fragen behandelt werden. Er war aber der Meinung, es sei heutzutage die zentrale Herausforderung für die Filmkunst, marginalisierte Gruppen wie Flüchtlinge und Einwanderer in die Entscheidungen darüber, was Kunst ist, einzubinden. Die große Herausforderung bestehe dabei in der Heterogenität von Gruppen. Plakative Forderungen nach „mehr Demokratie“ reichten nicht aus, detaillierte Konzepte der Einbindung und Weiterbildung seien notwendig.

Ryan McRyhew und Milton Croissant, Audio und Visual Artists im Programm „sound//vision“ des IFFR und Gründer des Musik- und Kunst-Kollektivs „Rhinoceropolis“ in Denver, USA, ermutigten uns, für das was wir tun, den Begriff „DIY“ zu benutzen und uns auch in der Tradition dieser Bewegung zu begreifen. McRyhew, der in der Automobil-Stadt Chicago studiert hat, lieferte uns mit seinen Erzählungen von „DIY-Spaces“ und Kunstkollektiven in alten Kaufhäusern einen spannenden Ansatz für Kulturarbeit in Zeiten der ökonomischen Krise. Die Neoliberalisierung der Automobil-Industrie, die in Emden mit der VW-Krise jetzt erst ankommt, ist in den USA schon lange spürbar. Dort, wo staatliche Kunstförderung praktisch nicht existieren kann, seien neue, innovative Projekte immer nur aus der Do-It-Yourself-Bewegung heraus entstanden, berichteten McRyhew und Croissant.

Hayet Benkara, Film Consultant mit Schwerpunkt Audience Development beim IFFR, beschrieb uns die heutige Filmlandschaft als eine Situation in der FilmemacherInnen und Produzenten völlig Losgelöst vom Publikum arbeiten. Nach der Festivalauswertung, die für viele Filme ohne Verleih endet, stelle sich vielen KünstlerInnen die Frage, wie ihre Arbeit ihr Publikum finden kann. Das Audience Development habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen wieder miteinander über die Filme ins Gespräch zu bringen. Die Arbeit unserer AG Film bewertete Benkara in diesem Kontext. Gruppen und Initiativen wie Apollunion e.V. seien Schnittstellen zwischen einer abgehobenen und vom Alltag losgelösten Branche und einem selbstbewussten und kulturaffinen Publikum. Sie ordnete uns aber auch dem Bereich der Filmbildung (in der Sprache der EU ‚film literacy‘) zu. Filmbildung verfolge einen emanzipativen Charakter. Dies sei sehr wichtig, um kulturfernen Gruppen einen Zugang zu Kunst zu ermöglichen. Aber, so fragten wir sie, geht es wirklich um etwas ‚Höheres‘, zu dem andere gebracht werden müssen? Oder muss der Berg vielleicht zum Propheten kommen? Um weder die Sprache der Märkte zu reproduzieren (audience development) noch die Bevormundung der Oberlehrer zu übernehmen (film literacy), einigten wir uns auf den Begriff ‚audience empowerment‘. Das ist vielleicht das englische Wort für das, was wir immer Selbstbildung nennen.

 

Tavern of Memories – Herberg van het geheugen

Was passiert nach dem Tod eigentlich mit Erinnerungen an Kostbarkeiten? Was passiert nach dem Tod, wenn Erinnerungen Kostbarkeiten sind? Was passiert nach dem Tod, wenn diese auf Filmrollen eine ganze Lagerhalle ausfüllen? Tod – Der Filmemacher Kees Hin findet diesen Ausdruck komisch. Tod ist etwas abschließendes, das Ende vom Endlichen. Durch die Tür hinausgehen findet er besser. Man weiß ja nicht was auf der anderen Seite der Türe ist, warum dann nicht positiv sein?

Kees Hin (1936) drehte vor 50 Jahren seinen ersten Dokumentarfilm. In seinem Leben ist er zu einem der produktivsten Filmemacher der Niederlande geworden. Seine Filme zeichnen sich besonders aus, durch das fehlen einer klaren Trennlinie zwischen Dokumentation, Fiktion, Poetik und Theater. Im Zentrum seiner Werke: Menschen und Begegnungen. Soviel verrät der Klappentext.

Aber wer ist eigentlich Kees Hin? Diese Frage geht Barbara den Uyl nach, dokumentiert Kees, wie er durch sein Filmlager streift, hier und da eine Rolle hinaus nimmt, lächelt und murmelt das dies ein Schatz ist den nun wirklich niemand mehr wertschätzt.
Dabei erzählen die meisten von Ihnen vom Leben im Nachkriegsdeutschland und dessen Einfluss auf späterer Jahre in den Niederlanden. Schätze. Oder Magie wie Kees es nennt. Diese persönliche Sicht auf etwas Magischem möchte er gerne weitergeben. Ist er doch der Herbergsvater, der in einem seiner Filme die Geschichten seiner Gäste erzählt. Kees Gäste sind die Filme von denen er erzählen kann. Stolz steht er in seiner Herberge voll verlorenem Wissen. Sein Lebenswerk liegt regungslos vor ihm. Heute liegt sein Schatz in Vijfhuizen, bei EYE dem Nationalen Filmmuseum. Kees ist zu Tür hinausgegangen bevor der Film über ihn ein Publikum erreichen kann.

Regisseurin den Uyl hofft auf den Warsteiner Publikumspreis beim IFFR 2016. Am Sonntagabend ist er auf der Top 20 des Wettbewerbs nicht zu finden. Schade, ermutigt er doch zur kontroversen Diskussion über Film von Kees Hin. Ist das Kunst oder kann das weg? Bei Kees ist nichts weggekommen.

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